Wednesday, June 18, 2008

Klimawandel

Das Thema ist mir, auch im Zusammenhang mit dem Deutschunterricht, sehr bekannt. Seit langer Zeit habe ich einen Ordner mit digitalen Lesetexten zum Thema “Umweltschutz, Ökologie, Klimawandel”; da speichere ich interessante Artikel: regelmäßig aus dem DW-Newsletter, häufig aus der “Zeit” und was ich sonst so gelegentlich finde. Ebenso habe ich in meinen Videos von DW-TV Verschiedenes zum Thema. Einige Materialien sind inzwischen auch schon mit Aufgaben versehen (Niveau B2, C1 und C2).

In Peru ist das Thema auch häufig in den Medien:
- Umweltverschmutzung, vor allem der Luft, vor allem durch veralteten Fahrzeugpark
- Diskussion um ungeklärt ins Meer fließendes Abwasser
- Gefährdung durch den/Nachhaltigkeit des Tourismus
- Gefährdung der großen Artenvielfalt
- Schmelzen der Gletscher
- Bedeutung des Regenwaldes
So gab es gerade am 15. Mai 08 (kurz vor meiner Absreise) einen kurzen Bericht über eine Untersuchung der privaten Universidad del Pacifico über das “Amazonasgebiet und den Einfluss des Klimawandels”. Über diese Untersuchung muss ich mal Näheres in Erfahrung bringen.
Und es soll ein Umweltministerium eingerichtet werden, das die bisherigen verstreuten staatlichen Initiativen integrieren soll.

Das Thema “Klima” überhaupt wird in Peru immer wieder aktuell im Zusammenhang mit dem Wetterphänomen “El Niño”, das bewirkt, dass es in Wüstengebieten (und damit in auch Orten, die überhaupt nicht auf Regen eingerichtet sind) zu starken Regenfällen kommt.
Durch die Beschäftigung mit diesem Phänomen, das ich zunächst nur für ein regionales hielt, habe ich gelernt, dass Klimaphänomene wie dieses in einem überregionalen Zusammenhang stehen. Seitdem man das weiß, lässt sich “El Niño” heutzutage relativ gut voraussagen.
Weiteres Neue lernte ich darüber, als ich eine auf Deutsch verfasste Doktorarbeit im Fach Biologie zu einem ökologischen Thema sprachlich überarbeitete: während dieses Phänomen in den Medien vor allem als Katastrophe behandelt wird (Überschwemmungen, Verschwinden der gewohnten Fischarten, notwendige Präventivmaßnahmen), hat man früher mit diesem Phänomen gelebt (z.T. tut man es auch heute noch) und nutzt die positiven Seiten. Bestimmte Baum- und Straucharten in wüstenartigen Regionen z.B. können nur überleben, weil es dieses Phänomen zyklisch gibt.
Und ich erinnerte mich an den Winter 1978/79 in Norddeutschland, der ganz plötzlich ungewöhnlich heftig hereinbrach und fast 3 Monate dauerte. Das wurde in der Presse hauptsächlich als “Schneekatastrophe” behandelt, war aber eigentlich mehr deshalb eine Katastrophe, weil die moderne Lebensart (z.B. absolute Abhängigkeit von der Elektrizität, auch in der Landwirtschaft) auf solche extremen Situationen nicht mehr flexibel reagieren kann. Da ich in diesen Wochen keine feste Arbeit hatte, konnte ich spontan je nach Wetter nach draußen gehen und fotografieren und die Fotos aus dieser Zeit sind die schönsten Winterfotos, die ich je gemacht habe.

Mein persönlicher Eindruck über Klimawandel:
- in Schleswig-Holstein erinnere ich mich von früher an häufiger Schnee im Winter; und mir kommt es vor, als wenn es mehr starke Unwetter in Mitteleuropa gibt und im Sommer größere Trockenperioden mit höheren Temperaturen
- in Peru sind meine 28 Jahre dort vielleicht noch zu kurz, um etwas über Wandel sagen zu können. Auch hier wird jede kleine Änderung - z.B. der Winter Limas fängt mal nicht mit 17 sondern mit 15 Grad Celsius an - gleich als Zeichen des Klimawandels genommen, obwohl sogar ich mich sowohl an den letzten wärmeren Winter (nie unter 15 Grad) als auch an den von vor 2 Jahren (manchmal nachts 13 Grad) erinnern kann.
Ich glaube, dass da viele unserer “Eindrücke” sehr stark von den Medien geprägt sind und deshalb möchte ich mich bei diesem Thema lieber auf wissenschaftliche Messdaten verlassen.

Posted by Karin in 09:06:30
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